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CHIO Aachen: Niederländische Dressur-Equipe siegt vor Deutschland im Nationenpreis

17.07.2010

17.07.2010

CHIO Aachen: Niederländische Dressur-Equipe siegt vor Deutschland im Nationenpreis

von Dr. Dennis Peiler

Aachen (fn-press). Das deutsche Dressurteam hat im Nationenpreis beim CHIO Aachen Platz zwei belegt. Der Sieg ging an die Equipe der Niederlande, die nach Grand Prix und Special die Mannschaftswertung mit 478,640 Punkten für sich entschied. Deutschland kam in der Besetzung Isabell Werth (Rheinberg) mit Satchmo, Matthias-Alexander Rath (Kronberg) mit Sterntaler-Unicef und Christoph Koschel (Hagen a.T.W.) mit Donnperignon auf insgesamt 442,998 Punkte. Platz drei ging an das Dressurteam aus Großbritannien (423,158).

Erstmalig wurde der Sieger im Aachener Nationenpreis aus der Addition von Grand Prix und Grand Prix Special errechnet. Neu war auch, dass an Stelle von vier Mannschaftsreitern inklusive eines Streichergebnisses, lediglich drei im Nationenpreis starten durften. "Das ist nichts halbes und nichts ganzes, eine Mannschaft besteht aus vier Reitern", zeigte sich Isabell Werth bereits nach dem Grand Prix am Donnerstag verärgert. Deutschland lag nach dem Grand Prix hinter den Niederländern auf Platz zwei.

Die deutschen Reiter konnten sich in der "zweiten Halbzeit" des Nationenpreises steigern. Wie im Grand Prix musste sich Isabell Werth zwar erneut mit dem vierten Platz begnügen, kam aber auf 76,417 Prozent und war damit beste deutsche Reiterin. "Ich bin mit der Leistung des Pferdes sehr zufrieden und Satchmo hat sich von Prüfung zu Prüfung verbessert." Der Abstand zur Spitze war allerdings groß. Den Sieg im Grand Prix Special holte sich Europameister Edward Gal mit Moorlands Totilas mit überlegenen 86,458 Prozent vor seiner Landsfrau Adelinde Cornelissen mit Jericho Parzival (82,542) und der Britin Laura Bechtolsheimer mit Mistral Hojris (79,375).

Erfreulich aus deutscher Sicht waren die Leistungen der "Neuen". Christoph Koschel erritt mit dem elfjährigen Donnperignon 74,333 Prozent und reihte sich damit auf Rang sechs ein. "Letztes Jahr bin ich hier schon die CDI-Tour geritten, aber im Nationenpreis in Aachen an den Start gehen zu dürfen, ist etwas ganz Besonderes und ein unglaublich schönes Gefühl", sagte der 34-Jährige über seine CDIO-Premiere in Aachen. "Im Grand Prix bin ich noch nicht volles Risiko gegangen und habe dadurch einige Punkte liegen lassen. Das war im Special besser, auch wenn wir noch nicht hundert Prozent erreicht haben." Ähnliche Eindrücke sammelte auch Anabel Balkenhol (Rosendahl), die aufgrund der neuen Nationenpreisregelung "nur" als Einzelreiterin mit dem zehnjährigen Hannoveraner Dablino zum Einsatz kam. "Natürlich wäre ich auch gerne in der Mannschaft gewesen. Es überwiegt aber die Freude, hier dabei zu sein. Ich fühle mich als Mitglied des Teams und werde auch so behandelt", sagte Balkenhol. Mit 73,000 Prozent lag sie sogar vor dem dritten deutschen Teamreiter, Matthias-Alexander Rath, auf Platz acht. Während Anabel Balkenhol in der Trabtour glänzen konnte, hatte sie im Schritt wie bereits im Grand Prix zu kämpfen. "Dablino war heute sehr angespannt und hatte dadurch Probleme, im Schritt loszulassen. Das liegt noch an dieser einzigartigen und für ihn ungewohnten Atmosphäre. In einem halben Jahr sieht das schon ganz anders aus", zeigte sich die 38-Jährige zuversichtlich. Probleme hatte auch Matthias-Alexander Rath mit Sterntaler-Unicef. Sein 15-jähriger Oldenburger weigerte sich erneut, bei der Schlusspiaffe mitzuarbeiten. "Das ist ärgerlich und wir arbeiten daran, das Piaffen-Problem in den Griff zu bekommen." Im Special verlor der Student trotz sonst starker Trab- und Galopptouren wertvolle Punkte und landete am Ende mit 72,583 Prozent auf Platz neun.

In den CDI-Prüfungen des Rahmenprogramms führte an der fünfmaligen Olympiasiegerin Isabell Werth kein Weg vorbei. Sowohl im Grand Prix, als auch im Special siegte die Rheinbergerin. Mit Warum nicht FRH (73,393) gewann sie den Grand Prix Special vor Monica Theodorescu (Füchtorf) mit Whisper (68,482) und Sabine Becker (Recklinghausen) mit Lamarc (68,065).

Eine Premiere feierten in Aachen auch die Dressurprüfungen für U25-Dressurreiter. Bereits am Mittwoch traten die Nachwuchsreiter in einem Mannschaftswettbewerb Intermediaire II an. Heute folgte der FEI Grand Prix für 16- bis 25-jährige Reiter. Während die einzige deutsche Teilnehmerin, Kirsten Sieber (Dortmund), mit ihrem Holsteiner Fuchswallach Charly WRT noch am Mittwoch Zweite wurde, reichte es heute nur für den vierten Platz (66,163). Der Sieg in dieser Prüfung ging an die Norwegerin Lillann Jebsen mit Pro-Set (67,674).

Weitere Informationen unter http://www.chio-aachen.de

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